SYSTEMISCH IM EINSATZ

SYSTEMISCH, PRAKTISCH, GUT – UNSER TEAM IM EINSATZ

Doppelt hilft besser
Einer Familie steht bei uns nicht nur ein, sondern gleich zwei Mitarbeiter zur Seite. Diese haben in jedem Fall ein Studium im Bereich Sozialpädagogik oder Psychologie abgeschlossen und sich zusätzlich im systematischen Bereich weitergebildet. Durch verschiedene weitere Aus- und Weiterbildungen hat jedes Teammitglied individuelle Schwerpunkte, die bei einem Einsatz von Nutzen sein können. Das heißt, Klienten können durch die Kombination von zwei Mitarbeitern von unglaublich viel Wissen und Know-How profitieren.
Diese Co – Arbeit stellt zudem sicher, dass eine Familie nachgehend und zeitlich flexibel betreut werden kann. Während ein Teammitglied sich beispielsweise um einen Jugendlichen kümmert, kann ein zweiter Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin sich bereits mit dem Umfeld des Klienten vertraut machen. Mehrmals wöchentlich tauscht sich das Zweierteam über einen Fall aus, der so automatisch aus mehreren Perspektiven und Blickwinkeln reflektiert wird. Die intensiven Fallgespräche tragen erheblich zur Qualität und Effizient unserer Arbeit bei. Denn auch über hochkomplexe Klientensysteme lässt sich so ein Überblick verschaffen. Darüber hinaus findet einmal wöchentlich eine zweistündige Supervision / Intervision im Team statt, die sogar alle zwei Wochen von einem externen Supervisor begleitet wird. 

Hilfestellung mit System 
Wir alle leben in mehreren Systemen, die sich gegenseitig beeinflussen und wiederum zu einem großen System zusammenkommen. Auch eine Familie ist ein System, in der die Handlungen der einzelnen Mitglieder bestimmte Wechselwirkungen hervorrufen. Es entstehen Dynamiken, die oft unbewusst und manchmal sogar ungewollt sind.
Task Force schaut sich von außen das System an und versucht dann bewusst eine Veränderung zu bewirken. Da alle Personen und ihre Handlungen in Resonanz zueinanderstehen, reicht es manchmal schon an einer kleinen Stellschraube zu drehen, um eine große Wirkung zu erzielen.

Dabei wollen wir nicht als der allwissende Experte auftreten. Tatsächlich sehen wir unsere Klienten als Experten. Denn sie kennen sich selbst und den Rest der Familie am besten. Sie wissen wie schwierig eine Situation gerade ist, was es für Probleme gibt und haben jede Menge Erfahrungen im Umgang damit gesammelt. Unser Anliegen ist es also erstmal die Familie und die Abläufe genau kennenzulernen und die Bedürfnisse aller zu verstehen. Dann geht es an das Erarbeiten von weiteren Schritten. 

Hier kommt unser Expertenwissen ins Spiel. Denn wir sind Experten für Lösungen. Wir wissen wie ein Clearing – Prozess funktioniert und welche Methoden dabei nützlich sein können. Mit aufrichtigem Interesse gewinnen wir zum Beispiel durch systemische Fragetechniken einen Einblick ins das Familiensystem. Dabei sind wir allparteilich und schlagen uns nicht auf die Seite von einer Person. Denn alle haben immer gute und wichtige Gründe, warum sie etwas tun. Von uns wird niemand in eine Schublade gesteckt, aus der er dann nie wieder herauskommen kann. Uns sind alle Systembeteiligten gleich wichtig, das können auch Parteien wie das Jugendamt, Lehrer oder Freunde sein, die ebenso eine wichtige Rolle im System eines Klienten spielen können. 

Nachdem wir erfahren haben, wo die Probleme liegen, lassen wir die Probleme erstmal Probleme sein und konzentrieren uns auf die Lösungen. Denn den Fokus weiterhin auf das zu legen, was nicht gut läuft, hilft der Situation oft nicht weiter. Gemeinsam mit der Familie werden realistische Ziele erarbeitet, um eine positive Veränderung herbeizuführen und zum Teil über Jahre eingeübte Muster und Abläufe zu durchbrechen. Auch wenn die Richtung klar ist, das Ergebnis ist keinesfalls in Stein gemeißelt. Eine ergebnisoffene Arbeitsweise hilft uns dabei niemanden unter Druck zu setzen und die Entwicklungsmöglichkeiten eines Prozesses nicht einzuschränken.

Ein klarer Fokus wird dabei auf die Ressourcen der Personen gelegt. Wertschätzend und achtsam werden vorhandene Stärken herausgearbeitet, anerkannt und gestärkt. Eine einfache systemische Frage wie „Wie hast du geschafft, das so lange auszuhalten“ kann schon großes Potenzial freilegen.
Der Methodenkoffer – für jeden das Richtige dabei 
Unsere Mitarbeiter bedienen sich an einer ganzen Reihe hilfreicher Methoden,
die in folgenden Formaten angewendet werden:
  • Systemische Einzel-, Paar- und Familientherapie
  • Systemische Kinder- und Jugendlichentherapie
  • Systemisches Coaching
  • Elterncoaching nach dem Konzept der „Neuen Autorität“ von Prof. Haim Omer
  • Mediation
  • Familienrat
  • Arbeiten mit dem Provokativen Stil
  • Psychodramatische Teilarbeit mit Tierfiguren
  • Erlebnispädagogik
  • Spiel- und Theaterpädagogik
  • Psychodrama
  • Psychomotorik
  • Systemische Supervision
Methoden in der Anwendung – Ein Fallbeispiel
Die Familie Werner besteht aus 5 Personen: Mutter, Vater und drei Söhnen. Immer wieder gibt es Probleme mit dem mittleren Sohn. Der 15 – jährige hält sich bei der PC – Nutzung nicht an Absprachen und schaltet den Computer nie aus, wenn er soll. Auch wenn sich der Vater durchsetzt, versucht der Sohn immer wieder das Gerät anzuschalten. Dieses bringt den Vater aus Fassung und es kommt erst zur verbalen, dann zu körperlicher Gewalt. Letztendlich schaukelt sich die Situation so hoch, dass der Sohn seinen Vater mit einem Stock schlägt und dieser daraufhin die Polizei ruft. Solche Situationen gehören bei Familie Werner zum Familienalltag und sie schaffen es nicht selber aus dieser zerstörerischen Dynamik auszusteigen. 

Nachdem das Task Force Team die Situation aus allen Blickwinkeln nachvollzogen hat, wird den Eltern ein Coaching angeboten. Hier wird im Rollenspiel selbstregulierendes und deeskalierendes Verhalten eingeübt, damit die Situation entschärft werden kann, bevor sie wieder einem schlimmen Ende entgegensteuert. Gemeinsam werden Ideen entwickelt, wie die Beziehung verbessert werden kann, zum Beispiel durch ein Beziehungsangebot wie „Ich koche dir jetzt dein Lieblingsessen“. Hier übernimmt der Erwachsene das Ruder in die Hand und unterbricht so den festgefahrenen Kreislauf. Anstelle dessen geht er einen Schritt auf den Nachwuchs zu und schenkt ihm positive Aufmerksamkeit.

Auch mit dem Jugendlichen wird gearbeitet. Im Gespräch stellt sich heraus, dass dieser oft mit der Lautstärke im Familienalltag überfordert ist. Besonders das gemeinsame Abendessen ist für ihn unerträglich, da der jüngere Bruder viel Aufmerksamkeit braucht, laut ist und sich viel bewegt. So zieht sich das Abendessen schon mal über mehrere Stunden. Um diese Situation nachvollziehen zu können, nimmt das Task Force Team an einem Abendessen teil. Es wird klar, dass das Wort „Ruhe“ für den 15 – jährigen eine wichtige Bedeutung hat. Deswegen wird für die Küche eine Ampel gebastelt. Ist es ihm etwas zu laut kann diese von grün auf gelb gestellt werden, bei enormer Lautstärke auf rot. Diese Verbildlichung hilft den Eltern ihren Sohn besser zu verstehen, der sich nicht handlungsfähig und verstanden fühlt.

Für jedes Problem gibt es eine Lösung
So individuell wie eine Familie ist, so einzigartig sind auch die Methoden, die eingesetzt werden können. Manchen Jugendlichen kann ein erlebnispädagogischer Einsatz mit einem Hüttenwochenende zu neuen Perspektiven verhelfen. Einer alleinerziehenden Mutter kann hingegen eine Timeline helfen, um für ihr Kind, dass die Schule verweigert, einen konkreten Aktionsplan zu entwickeln. 

Wichtig ist es die individuelle Funktionsweise der Systeme genau zu hinterfragen und zu verstehen. Nur so können maßgeschneiderte Lösungen entwickelt werden. Da kann auch mal sein, dass ein Team beim Schulsachen kaufen oder der Wohnungsrenovierung hilft. Denn wir packen genau da an, wo wir am Meisten gebraucht werden. Eben systemisch, praktisch, gut!