ALLTAGSTAUGLICHE TIPPS

IDEEN FÜR EINEN REIBUNGSLOSEN ALLTAG

Zeit mit der Familie zu verbringen kann sehr wertvoll sein. Allerdings  kann der Alltag zu Hause auch schnell zur Herausforderung werden. Besonders an Tagen, wo der natürliche Tagesablauf nicht mehr beibehalten werden kann. Wir alle haben hin wieder Probleme mit Situationen richtig umzugehen und sie vielleicht als Chance für etwas Neues zu sehen. Deswegen haben wir hier ein paar Ideen, Tipps und Links zusammengetragen, die in herausfordernden Zeiten eine Stütze sein können.
  • Einfach mal den Druck rausnehmen
    „Es ist ok, wenn nicht alles ok ist“. Oft hilft es die mentale Einstellung zur aktuellen Situation einmal auf den Prüfstand zu stellen. Denn aus der Unzufriedenheit heraus in blinden Aktionismus zu verfallen, bewirkt manchmal das Gegenteil. Lieber einmal einen Schritt zurücktreten und gut durchatmen. Niemand verlangt, dass gerade es perfekt laufen muss. Es geht nicht darum, den Preis als perfekte Familie im Krisenfall zu gewinnen. Es reicht manchmal, wenn es einfach einigermaßen gut geht ! Auch Stress und Streit sind normale Erscheinungen und gehören in schwierigen Zeiten dazu.
  • Auch mal „Ja“ sagen
    Wenn Kinder und Jugendliche immer nur ein „Nein“ hören, haben sie das Gefühl sehr stark eingeschränkt zu werden und fühlen sich teilweise sogar unverstanden. Ein „Ja“ stärkt hingegen die gemeinsame Beziehung und das Selbstwertgefühl des Gegenübers. Das heißt nicht, dass man zu allem „Ja“ sagen muss, aber hört ein Kind öfter mal ein „Ja“, dann geht es ihm in Zukunft vielleicht auch leichter über die Lippen. Wer es sich zutraut kann sogar mal einen „Yes Day“ veranstalten. Hier werden ein paar Grundregeln festgelegt und dann wird zu ganz vielen Ideen ganz viel „Ja“ gesagt. So fühlen sich die Kinder gesehen und der Spaß kommt so ganz sicher auch nicht zu kurz. 
  • Vorbild sein
    Wer möchte, dass sich sein Kind nach bestimmten Vorstellungen verhält, der hat die Verantwortung dieses Verhalten aktiv vorzuleben. Denn Kinder lernen enorm viel durch Beobachtungen. Dazu gehört zum Beispiel das Entschuldigen. Auch als Eltern macht man mal etwas falsch oder fährt aus der Haut. Das kann passieren, wichtig ist, danach einmal kurz innezuhalten und das eigene Verhalten zu reflektieren. Und dann mit gutem Beispiel voran zu gehen und sich bei dem Kind oder Jugendlichen zu entschuldigen. Diese aufrichtige und notwendige Geste lehrt den Nachwuchs gleich viel mehr als eine erzwungene Entschuldigung.
  • Mit Struktur Konflikten vorbeugen
    Es ist sehr lohnenswert am Anfang der Woche grundlegend zu besprechen, wann was gemacht werden soll, kann und muss. Gemeinsam kann ein Plan erstellt und durchaus auch diskutiert werden. Denn jeder hat andere Bedürfnisse, die alle unter einen Hut gebracht werden müssen. Dafür spart man sich andauernde Diskussionen während der Woche. Denn Lernzeit, Bewegungszeit, freie Zeit, gemeinsame Essenszeit, Medienzeit, Mithilfe im Haushalt, Schlafenszeit usw. sind bereits festgehalten. Solch ein Plan kann besonders bei langen Aufhalten zu Hause – wie durch Corona bedingt – einen Ersatzrahmen schaffen, der Struktur in den Tag bringt. Besonders wichtig ist hier aber, dass auch die Eltern nicht zu kurz kommen und auch Zeit für sich einplanen.
  • Rituale schaffen Geborgenheit
    Oft haben wir ganz automatisch kleine Rituale, die wir gar nicht wahrnehmen, die Kindern aber das Gefühl von Regelmäßigkeit und Verlässlichkeit vermitteln. Das Zähneputzen am Morgen, das gemeinsame Abendessen, Lesen vor dem Zubettgehen oder der Besuch bei Oma und Opa jeden Sonntag – all dies strahlt Geborgenheit aus und ist ein bekannter Ruhepol im sonst stressigen Alltag. Rituale können auch zur Erleichterung des Alltags erfunden werden: Wachkitzeln für besseres Aufstehen, Herumwirbeln beim Abholen vom Kindergarten für eine bessere Übergang oder das Kochen eines „Versöhnungstees“ nach einem Streit. Wirkt garantiert.
  • Quality time zu zweit
    Damit niemand im Familienalltag untergeht, ist es wichtig auch mal Zeit zu zweit einzuplanen. Besonders bei Familien mit mehreren Kindern sollte jeder einmall in den Genuss kommen die Nummer eins zu sein. Dabei sind die Kombinationen natürlich vielfältig. Wie wäre es mit einem Papa – Tochter Nachmittag oder einem Mama – Sohn Event? Unternehmen kann man einfach was beiden Spaß bringt. So werden gemeinsame Erinnerungen geschaffen und das Kind kann das Gefühl genießen einmal ganz im Fokus zu stehen. Besonders bei Jugendlichen können sich in diesem Rahmen auch wertvolle Gespräche ergeben.
  • Unterstützung holen
    Wenn alles zu viel wird und dringend eine Pause angesagt ist, dann ist es ratsam sich Hilfe zu holen. Vielleicht können Oma und Opa oder Freunde mal eine Runde mit den Kindern auf den Spielplatz? Oder einfach über Videocall eine halbe Stunde babysitten. Auch wenn es nur einmal die Woche ist, für eine Tasse Tee oder Kaffee in alle Ruhe reicht es. Wenn niemand direkt verfügbar ist gibt es auch zahlreiche andere Angebote wie Nachbarschaftshilfe oder Agenturen für Leih-Omas. Vielleicht lohnt es sich auch mit anderen Müttern ins Gespräch zu kommen und eine abwechselnde Betreuung auszumachen. 
Inspiration für abwechslungsreiche Tage 
Hier haben wir eine Liste zusammengestellt, die den Alltag mit Kindern etwas aufpeppen. So kommt garantiert keine Langeweile auf. Sie ist auch gedacht als Inspiration für Zeiten, in denen die Kinder zuhause bleiben müssen – alle Vorschläge funktionieren, auch unabhängig von Corona!
  • Einen Ausweis für die Bücherei erstellen. Hier gibt es jede Menge Bücher, Spiele, Musik, Hörbücher und vieles mehr. Dabei muss nur einmal ein Beitrag gezahlt werden und trotzdem gibt es immer wieder neues Material. 
  • Raus an die frische Luft. Wie wäre es mit einem Spaziergang oder dem Bepflanzen von Garten oder Balkon. In der Natur lässt es sich besonders gut durchatmen. 
  • Jetzt kommt Bewegung rein. Egal ob Rollerblades, Tischtennis, Badminton, Fitness oder was dir sonst noch einfällt. Sport macht glücklich und gibt neue Energie. Wenn das Wetter nicht mitspielt, dann gibt es auch Online jede Menge Sportkurse, um fit zu bleiben.
  • Jetzt gibt’s was auf die Ohren. Das Lieblingslied auflegen oder selber Musik machen sorgt für gute Laune. Auch online gibt es für Kinder Musiksendungen (z.B. https://www.youtube.com/c/JuliaMillerLissnerKindermusikvomFeinsten) oder Phantasiereisen (z.B. www.meditationsleiter.de; Kindergaerten-in-aktion.de; planetsenior.de). Jugendliche können digital eigene Tracks erstellen oder sich als DJ versuchen
  • Basteln: Hier sind der Phantasie wirklich keine Grenzen gesetzt. Wie wäre es mit Freundschaftsbändern, Bügelperlen oder Steine bemalen? Viele Bastelideen gibt es auf www.prokita-info.de und kita.de. Jugendliche können sich derzeit mit einem Vision Board ihre Ziele und Träume für die Zukunft verbildlichen. 
  • Der Spielenachmittag, ob interaktives Online Spiel oder Brettspiel. Die Firma Ravensburger hat ein Portal auf ihrer Homepage eingerichtet, auf dem man Tipps für Zeit mit den Kindern und Zeit für die eigene Entspannung findet. „Zuhause mit Ravensburger“: 
  • Fotoalbum basteln und gemeinsam anschauen. Hier können gemeinsam Fotos ausgesucht, abgeholt und dann eingeklebt werden. Schön, um immer wieder durchzublättern, das stiftet Zusammengehörigkeit und macht schöne Momente bewusster.
  • Kochen und Backen macht Spaß und man kann auch hier richtig kreativ werden. Und das Beste: Die eigenen Kreationen können dann noch gemeinsam verspeist werden. 
  • Kinderzimmer ausmisten und neu gestalten. Vielleicht könnt ihr sogar Dinge finden, die ihr nicht mehr braucht und sie online stellen. So freuen sich andere über etwas Neues und ihr füllt das Sparkonto auf. 
  • Immer gut für Alt und Jung: etwas neues Lernen. Und die Angebote sind extrem vielfältig: Instrument, Sprache, Kochen, Zeichnen, Gebärdensprache, Singen, Songtexte schreiben, Nähen, den perfekten Handstand üben, neue Sportart ausprobieren, Schach lernen, Geschichten schreiben. YouTube unterstützt dich dabei.
  • DIY: Besser selbstgemacht. „Do it yourself“ ist schon lange ein Trend. Selber machen kann man zum Beispiel eine Gesichtsmaske mit Joghurt, Honig und Gurken oder Schmuck aus alten Kronkorken oder ein Osterkranz aus alten Eierkartons.
Ansprechpartner für Krisenfälle
  • Bei seelischen Krisen wenden Sie sich bitte an das Krisentelefon Psychiatrie: 0180/6553000.
  • eine weitere gute Anlaufstelle ist die telefonische Seelsorge: 0800/1110222 
  • und auch für Paarthemen (einzeln oder zusammen) finden Sie hier eine Anlaufstelle, Beratungen sind auch anonym online möglich https://www.erzbistum-muenchen.de/ordinariat/ressort-6-caritas-und-beratung/ehe-familien-lebensberatung
  • Die „Nummer gegen Kummer“ bietet Telefonberatung für Kinder, Jugendliche und Eltern. Das Kinder- und Jugendtelefon ist unter der Rufnummer 116 111 zu erreichen – von Montag bis Samstag jeweils von 14 bis 20 Uhr.
  • Das Elterntelefon richtet sich an Mütter und Väter, die sich unkompliziert und anonym konkrete Ratschläge holen möchten. In ganz Deutschland sind Beraterinnen und Berater unter der kostenlosen Rufnummer 0800 111 0550 montags bis freitags von 9 bis 11 Uhr und dienstags und donnerstags von 17 bis 19 Uhr erreichbar.
  • Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre können sich online auch an JugendNotmail wenden. Die dort tätigen ehrenamtlichen Fachkräfte bieten eine vertrauliche und verlässliche Beratung unabhängig vom Anliegen und arbeiten gemeinsam mit den Hilfesuchenden an einer Lösung.
  • Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ Unter der kostenlosen Telefonnummer 08000 116 016 beraten und informieren die Mitarbeiterinnen des Hilfetelefons „Gewalt gegen Frauen“ in 18 Sprachen zu allen Formen von Gewalt gegen Frauen.
  • Hilfetelefon „Sexueller Missbrauch“ Unter der Nummer 0800 22 55 530 ist das Hilfetelefon „Sexueller Missbrauch“ montags, mittwochs und freitags von 9 bis 14 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 15 bis 20 Uhr bundesweit, kostenfrei und anonym erreichbar. Unter www.save-me-online.de ist das Online-Beratungsangebot für Jugendliche des Hilfetelefons erreichbar.